Gru will der größte Schurke der Welt sein. Doch im Moment ist er eher unzufrieden, denn nach vielen Jahren beachtlichen Bestrebens muß er sich gegen die jüngere Konkurrenz behaupten. Sein aktuelles Projekt soll ihm den lange verdienten Ruhm endlich einbringen – er will den Mond stehlen. Dafür braucht er nur eine neue Superwaffe, den Schrumpfstrahler, mit dem sich beliebige Objekte verkleinern lassen; der Mond natürlich auch.
Aber Vector, einer dieser verfluchten, jüngeren Schurken scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Als Gru den Strahler schon in seiner Hand hat, stiehlt ihn Vector von seinem Widersacher – und es sieht wirklich nicht gut für Gru, seinen Helfershelfer Dr. Nefario und seine Minions aus. Die Bank des Bösen will ihm keine Kredite mehr für seine Projekte einräumen. Seine Karriere scheint am Ende.
Doch als er verzweifelt versucht, in Vectors unbezwingbare Festung einzudringen, entdeckt er eine Schwachstelle: Drei kleine Mädchen verkaufen für einen guten Zweck Kekse, das Lieblingsessen Vectors. Sie können problemlos in die Festung gelangen, und Grus hinterhältiges Hirn heckt sofort einen niederträchtigen Plan aus, wie er die Kleinen für seine Zwecke mißbrauchen kann: Er adoptiert sie, denn es handelt sich bei allen dreien um Waisen.
Eine Sache hat Gru aber nicht eingeplant: Er ist nun ihr Vater, und die Kinder, die einen Vater erwartet haben, erkennen bald, daß irgendetwas an ihm nicht stimmt. Sein riesiges Haus in einer gut situierten Wohngegend ist in Wirklichkeit die Brutstätte neuester Verbrechenstechnologie und der Ort, an dem er den Diebstahl des Monds organisiert. Sie helfen ihm tatsächlich – der Schrumpfstrahler ist bald gestohlen, und alles scheint nach Plan zu laufen. Doch die nervigen Drei wachsen ihm ans Herz und schon bald muß er sich entscheiden: Will er der größte Schurke der Welt werden – oder ihnen ein Vater sein?

Ich - einfach unverbesserlich (c). Andere Väter haben Modelleisen- und Carrerabahnen im Keller. Unserer Vater baut eine Rakete, die ihn zum Mond bringen soll.
Eine kurze Bewertung
Zum ersten Mal seit Jahren habe ich einen Zeichentrickfilm gesehen, der nicht nur technisch sauber animiert ist und 3D unauffällig, aber angenehm verwendet, sondern auch noch verdient “familientauglich” genannt zu werden. Sicher, es gab auch andere Filme, siehe Shrek und Toy Story 3, aber da habe ich mich oft genug gefragt, ob sie für Kinder überhaupt noch geeignet sind. Bei diesem Film kann man das mit Fug und Recht behaupten.
Das ist kurzweilige, nette und Popcorn-Kino-gerechte Unterhaltung. Wohldosierte Lacher, sympathische Charaktere, eine gefällige Geschichte, und ein Bösewicht, der eigentlich keiner ist – das alles vermischt sich zu einem witzigen Potpourri brauchbar umgesetzter Ideen.
Der Erfolg spricht für die erst 2007 gegründete Produktionsfirma Illumination Entertainment. Das geringe Alter sollte nicht zum Rückschluß führen, daß hier vielleicht nicht genügend Kompetenz dahintersteht: Der Gründer ist niemand Geringerer als Chris Meledandri, der dreizehn Jahre lang Verantwortung bei 20th Century Fox trug und dort u.a. für Ice Age, Die Simpsons – der Film und Robots die Produktion übernommen hat. Dank seiner Hilfe wurde 20th Century Fox Animation zu einem ernsthaften Gegenspieler für Pixar, Dreamworks und Disney. Nun hat er seine eigene Firma gegründet, die mit Universal Pictures einen exklusiven Kooperationsvertrag hat, und plant auch für die kommenden Jahre Großes.

Jaaaaaa. Wir stehlen den Mond! (Auf seine Minions kann Gru sich verlassen!)
Besonders an ihrer Arbeit: Sie sucht sich, ganz der global player, in aller Welt die besten Kooperationspartner. Wer im Abspann die vielen französisch wirkenden Namen bemerkt, der sollte sich nicht wundern: Das Animationsstudio Mac Guff mit Sitz in Paris, das schon die Umsetzung der Drachenjäger-Saga auf sich genommen hatte, beweist erneut, daß Zeichentrick auch in Europa gemacht werden kann.
Fast 500 Millionen US-Dollar weltweit sind ein guter Indikator, wie beliebt der Film ist – ein zweiter Teil soll daher bald folgen. Das alles ohne vorherige Serien, berühmte andere Produktionen aus demselben Hause: Der Start ist sicherlich blendend gelungen. Wir können uns also auf weitere spannende Geschichten freuen. Mir hat Ich – Einfach Unverbesserlich blendend gefallen!
Bildnachweis: Universal Pictures, Illumination Entertainment (c).