Film Archive

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Er ist endlich da: Der Hobbit-Trailer

Es ist schön, endlich wieder Hobbits und Zwerge zu sehen. Viel Spaß beim Zuschauen. Hohe Auflösung unter: http://trailers.apple.com/trailers/wb/thehobbit/

Es ist schön, endlich wieder Hobbits und Zwerge zu sehen.

Viel Spaß beim Zuschauen.

Hohe Auflösung unter: http://trailers.apple.com/trailers/wb/thehobbit/

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The Saga of Biôrn, the Viking. Großartiger, animierter Kurzfilm

Einige werden sich fragen: Wer ist dieser Wikinger, und warum wirft er einen Zwerg von einer Klippe? Begleite Biôrn auf seiner Reise nach Walhalla.

The Animation Workshop in Dänemark scheint eine wirklich bezaubernde Brutstätte spannendster Kreativität in der Animationskunst zu sein, wenn ein solcher Film eine Bachelor-Arbeit sein kann – die Abschlußarbeit eines Studenten! Die 2011er Klasse hat im Februar ihre Filme bei Vimeo eingestellt, und ich muß mich bei Blaz dafür bedanken, daß er mir diese unterhaltsamen sieben Minuten verlinkte.

Biôrn möchte als richtiger Wikinger natürlich nur eins: Ehrenvoll im Kampf sterben, um nach Walhalla einziehen und für den Rest der Ewigkeit mit den anderen, gefallenen Helden feiern zu können. Doch wann immer sich ihm eine solche Gelegenheit bietet, scheinen sich die Götter gegen ihn verschworen zu haben – bis er auf einen riesigen Troll trifft, der gerade eine Kirche in Flammen aufgehen läßt …

Biôrn, an old Viking, is determined to reach Valhalla, the warrior’s afterlife full of excessive drinking and debauchery. To gain entry he has to die honorably in battle, but he discovers that the right death isn’t so easy

Bildhinweis: Saga of Biôrn, Animation Workshop, 2011. A film by: Benjamin J. Kousholt, Daniel D. Christensen, Mads Lundgaard Christensen, Jesper A. Jensen, Jonas K. Doctor, Steffen Lyhne, Pernille Ørum-Nielsen, Frederik Bjerre-Poulsen, Jonas Georgakakis

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Filmkritik. Rob Roy – Historisches Highland-Drama

Freue mich sehr an dieser Stelle bekanntzugeben, daß ich meinen zweiten Artikel bei Suite101.de veröffentlicht habe. Der Titel lautet Filmkritik. Roy Roy – Historisches Highland-Drama. Clan-Chef Rob Rox MacGregor will...

Freue mich sehr an dieser Stelle bekanntzugeben, daß ich meinen zweiten Artikel bei Suite101.de veröffentlicht habe. Der Titel lautet Filmkritik. Roy Roy – Historisches Highland-Drama.

Clan-Chef Rob Rox MacGregor will die Zukunft seines Clans sichern, wird bestohlen und betrogen, und zieht in den Kampf gegen die Ungerechtigkeit.

Den Artikel bei Suite101.de lesen.

Bildhinweis: Grab Rob Roy MacGregors. Joe / Wikipedia

Filmkritik. Rob Roy – Historisches Highland-Drama

03.02.2011 Marcel Bülles

Grab Rob Roy MacGregors - Joe/ Wikipedia

Grab Rob Roy MacGregors – Joe/ Wikipedia
Clan-Chef Rob Rox MacGregor will die Zukunft seines Clans sichern, wird bestohlen und betrogen, und zieht in den Kampf gegen die Ungerechtigkeit.

Schottland im Jahr 1713. Vielen Highlandern geht es so schlecht, daß sie nach Amerika auswandern, doch Rob Roy MacGregor hat anderes im Sinn. Der Clan-Chef borgt sich 1.000 schottische Pfund vom Marquis de Montrose, einem schleimigen Adligen, um Vieh zu kaufen, es aufzupäppeln und schließlich mit großen Gewinn weiterzuverkaufen. Seine Bürgschaft ist sein Land und damit alle Menschen seines Clans, für die er verantwortlich zeichnet.

An dem Plan gibt es nichts auszusetzen, wären da nicht der Hofmeister des Marquis, Killearn, und dessen englische Hofschranze und Fechtmeister Cunningham. Sie überfallen den Mann, der das geborgte Geld nach Graigrostan und zum Clan der MacGregors bringen sollte, töten ihn und teilen das Geld unter sich auf. Montrose, der von dem Komplett zwar weiß, es aber nicht mißbilligt, will nun Rob Roys Land einziehen, weil der seine Schulden nicht bezahlen kann. Ein Krieg folgt, den Montrose so nicht erwartet hat.

Braveheart vs. Rob Roy – ein unfairer Vergleich

1995 erschienen zwei Filme zu schottischen Helden und nur einer von beiden war weltweit erfolgreich. Braveheart spielte über 200 Millionen US-Dollar ein, wurde für zehn Oscars(c) nominiert und gewann fünf (unter ihnen Beste Regie und Bester Film) und durfte sich über weitere zahlreiche Nominierungen und Siege bei den BAFTAs und dem Golden Globe(c) freuen. Rob Roy spielte etwas über 30 Millionen US-Dollar ein und konnte nur deswegen bei den üblichen Filmpreisen punkten, weil der Bösewicht Cunningham so einzigartig vom britischen Schauspieler Tim Roth dargestellt wurde.

Der Erfolg mag diesem Film vielleicht nicht recht gegeben haben, aber Rob Roy muß sich sicherlich nicht hinter seinem “großen Bruder” verstecken. Der von Mel Gibson porträtierte William Wallace wird im eigenen Film vom englischen König (Patrick McGoohan) an die Wand gespielt und das war es auch schon an herausragenden Leistungen; die Zahl fähiger Schauspieler in Rob Roy ist um einiges höher.

Das Ehepaar MacGregor macht generell eine gute Figur (Liam Neeson und Jessica Lange); die Bösewichter werden von John Hurt (Montrose), Brian Cox (Killearn) und Tim Roth (Cunningham) blendend dargestellt. Roth war in seiner Rolle als Fechtmeister Cunningham sogar für den Oscar(c) und den Golden Globe(c) als bester Nebendarsteller nominiert und konnte zumindest den BAFTA mit nach Hause nehmen und das nicht ohne Grund: Er spielt den hinterhältigen, brillianten, englischen Fechtmeister, der sich seinen Lebensunterhalt durch Speichelleckelei bei Montrose verdient, mit Bravour und Verachtung. Verständlich, daß er bei der Chance 1.000 Pfund zu stehlen, zugreift und keinerlei Skrupel hat zum Mörder zu werden.

Doch nicht nur die Schauspieler schneiden besser ab als bei Braveheart. Es ist auch der historische Hintergrund, der wesentlich näher an den wirklichen Ereignissen liegt, als das Braveheart je geschafft hat (die Times wählte Gibsons Werk bei den zehn historisch unkorrektesten filmischen Darstellungen auf Platz zwei.) Da werden schon mal ein paar Jahrzehnte gekleckert, damit sich William Wallace und der Bruce treffen können. Rob Roy hat das nicht nötig. [Wer sich über die historischen Hintergründe der Person Rob Roy MacGregor informieren möchte, kann dies natürlich bei Suite101.de tun.]

Dennoch blieb der Film hinter Gibsons Meisterwerk zurück, und das ist verständlich. Ist Braveheart bombastisch, übermäßig beworben und mit Sophie Marceau auch noch hübsch bebildert worden, bietet Rob Roy vergleichsweise Schlichtes, das der Realität der schottischen Highlands zu Beginn des 18. Jahrhunderts entspricht. Der Film ist mehr eine Hommage an ehrbare Männer, die nur versuchen, den ihren ein wenig Glück und Zufriedenheit zu verschaffen (ein eher langweiliges Thema), als ein Hollywood-Epos, das durch bunte Bilder, laute Musik und donnernde Effekte und Sounds zu verwirren vermag.

Anspruchsvoller, realistischer, besser gespielt – das sind mehr als genügend Gründe sich auch Rob Roy in Ruhe anzuschauen. Die literarische Vorlage hat niemand Geringerer als Sir Walter Scott geschrieben, ohne den es heute das Genre des historischen Romans gar nicht geben würde (zu seinen Werken gehört u.a. Ivanhoe.) Übrigens: Wer Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas gelesen hat, der mag eine Vorstellung davon haben, wie Roy Roy gerade auch als Film funktioniert: Der Kampf des underdogs gegen die Mächtigen, das Aufbegehren gegen himmelschreiende Ungerechtigkeit, ohne Rücksicht auf Verluste. Auch wenn der Film an einzelnen Stellen seine Längen hat, so vermittelt er doch eine packende, traurige Geschichte, die hoffen läßt, daß es doch so etwas wie Gerechtigkeit gibt.

Urheberrecht: Marcel Bülles. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

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Ich – Einfach unverbesserlich. Filmkritik

Gru will der größte Schurke der Welt sein. Doch im Moment ist er eher unzufrieden, denn nach vielen Jahren beachtlichen Bestrebens muß er sich gegen die jüngere Konkurrenz behaupten. Sein aktuelles Projekt soll ihm den lange verdienten Ruhm endlich einbringen – er will den Mond stehlen. Dafür braucht er nur eine neue Superwaffe, den Schrumpfstrahler, mit dem sich beliebige Objekte verkleinern lassen; der Mond natürlich auch.

Aber Vector, einer dieser verfluchten, jüngeren Schurken scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Als Gru den Strahler schon in seiner Hand hat, stiehlt ihn Vector von seinem Widersacher – und es sieht wirklich nicht gut für Gru, seinen Helfershelfer Dr. Nefario und seine Minions aus. Die Bank des Bösen will ihm keine Kredite mehr für seine Projekte einräumen. Seine Karriere scheint am Ende.

Doch als er verzweifelt versucht, in Vectors unbezwingbare Festung einzudringen, entdeckt er eine Schwachstelle: Drei kleine Mädchen verkaufen für einen guten Zweck Kekse, das Lieblingsessen Vectors. Sie können problemlos in die Festung gelangen, und Grus hinterhältiges Hirn heckt sofort einen niederträchtigen Plan aus, wie er die Kleinen für seine Zwecke mißbrauchen kann: Er adoptiert sie, denn es handelt sich bei allen dreien um Waisen.

Eine Sache hat Gru aber nicht eingeplant: Er ist nun ihr Vater, und die Kinder, die einen Vater erwartet haben, erkennen bald, daß irgendetwas an ihm nicht stimmt. Sein riesiges Haus in einer gut situierten Wohngegend ist in Wirklichkeit die Brutstätte neuester Verbrechenstechnologie und der Ort, an dem er den Diebstahl des Monds organisiert. Sie helfen ihm tatsächlich – der Schrumpfstrahler ist bald gestohlen, und alles scheint nach Plan zu laufen. Doch die nervigen Drei wachsen ihm ans Herz und schon bald muß er sich entscheiden: Will er der größte Schurke der Welt werden – oder ihnen ein Vater sein?

dreimaedelsaufentdeckungstour

Ich - einfach unverbesserlich (c). Andere Väter haben Modelleisen- und Carrerabahnen im Keller. Unserer Vater baut eine Rakete, die ihn zum Mond bringen soll.

Eine kurze Bewertung

Zum ersten Mal seit Jahren habe ich einen Zeichentrickfilm gesehen, der nicht nur technisch sauber animiert ist und 3D unauffällig, aber angenehm verwendet, sondern auch noch verdient “familientauglich” genannt zu werden. Sicher, es gab auch andere Filme, siehe Shrek und Toy Story 3, aber da habe ich mich oft genug gefragt, ob sie für Kinder überhaupt noch geeignet sind. Bei diesem Film kann man das mit Fug und Recht behaupten.

Das ist kurzweilige, nette und Popcorn-Kino-gerechte Unterhaltung. Wohldosierte Lacher, sympathische Charaktere, eine gefällige Geschichte, und ein Bösewicht, der eigentlich keiner ist – das alles vermischt sich zu einem witzigen Potpourri brauchbar umgesetzter Ideen.

Der Erfolg spricht für die erst 2007 gegründete Produktionsfirma Illumination Entertainment. Das geringe Alter sollte nicht zum Rückschluß führen, daß hier vielleicht nicht genügend Kompetenz dahintersteht: Der Gründer ist niemand Geringerer als Chris Meledandri, der dreizehn Jahre lang Verantwortung bei 20th Century Fox trug und dort u.a. für Ice Age, Die Simpsons – der Film und Robots die Produktion übernommen hat. Dank seiner Hilfe wurde 20th Century Fox Animation zu einem ernsthaften Gegenspieler für Pixar, Dreamworks und Disney. Nun hat er seine eigene Firma gegründet, die mit Universal Pictures einen exklusiven Kooperationsvertrag hat, und plant auch für die kommenden Jahre Großes.

Jaaaaaa. Wir stehlen den Mond! (Auf seine Minions kann Gru sich verlassen!)

Jaaaaaa. Wir stehlen den Mond! (Auf seine Minions kann Gru sich verlassen!)

Besonders an ihrer Arbeit: Sie sucht sich, ganz der global player, in aller Welt die besten Kooperationspartner. Wer im Abspann die vielen französisch wirkenden Namen bemerkt, der sollte sich nicht wundern: Das Animationsstudio Mac Guff mit Sitz in Paris, das schon die Umsetzung der Drachenjäger-Saga auf sich genommen hatte, beweist erneut, daß Zeichentrick auch in Europa gemacht werden kann.

Fast 500 Millionen US-Dollar weltweit sind ein guter Indikator, wie beliebt der Film ist – ein zweiter Teil soll daher bald folgen. Das alles ohne vorherige Serien, berühmte andere Produktionen aus demselben Hause: Der Start ist sicherlich blendend gelungen. Wir können uns also auf weitere spannende Geschichten freuen. Mir hat Ich – Einfach Unverbesserlich blendend gefallen!

Bildnachweis: Universal Pictures, Illumination Entertainment (c).

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Toy Story 3. INDAC Special Screening in Berlin – Q&A mit Regisseur Lee Unkrich & Produzentin Darla K. Anderson

“INDAC versucht den Aufbau einer deutschen Animations-Community (…)” Ein hehres Anliegen von Johannes Wolters und seinem Team, der seit geraumer Zeit und in regelmäßigen Abständen in Berlin außergewöhnliche Screenings von DISNEY bzw. in diesem Fall PIXAR-Filmen organisiert, bei denen im Anschluß an den Film eine Q&A-Session mit Machern des Films stattfindet (bei der Vorführung von UP! am 9. September 2009 war Macrobee natürlich mit dabei.)

Am 29. Juni 2010, also einem Monat vor Filmstart in Deutschland, war Toy Story 3 an der Reihe. Den Fragen des interessierten Publikums stellten sich Regisseur Lee Unkrich und Darla K. Anderson, ihres Zeichens Produzentin. Zu Unkrich sei gesagt, daß er seit 1994 bei PIXAR dabei ist, zuerst als Cutter, und sich dann über mehrere Stufen bis zum Regisseur hochgearbeitet hat, vor allem beim Toy Story-Franchise. Darla K. Anderson hat einen Eintrag im Guinness Buch der Weltrekorde als Produzentin mit dem höchsten Durchschnittwert, was den Filmerfolg angeht: Ihre Filme brachten im Durchschnitt 221 Millionen Dollar ein. In Findet Nemo wurde sie als Darla verewigt, weil Regisseur und Drehbuchschreiber Andrew Stanton sich über ihre ständigen Scherze aufregte, die sie sich auf seine Kosten erlaubte.

Gutgelauntes Duo auf Reise

Der Erfolg von Toy Story scheint PIXAR recht zu geben. Anderson muß sich keine Sorgen um ihren Guinness Buch-Eintrag machen, denn bereits am 29. Juni 2010 hat der Film über 240 Millionen Dollar in den USA eingespielt (innerhalb von elf Tagen wohlgemerkt, zuzüglich 100 Millionen Dollar weltweit. Quelle: Boxofficemojo.com) Unkrich sieht sich bestätigt im Versuch, der Entwicklung der Geschichte “treu geblieben zu sein” (truthful to the story.)

Doch trotz des Erfolgs gibt es keinerlei Absichten, einen vierten Film folgen zu lassen. Unkrich meint, daß sie “eher Nr. 5 drehen als die 4″, womit er wohl meint, daß sie durchaus vorhaben, Kurzfilme mit Woody und Buzz zu drehen, aber für Unkrich ist die Geschichte zu Ende erzähl: Andy ist nun erwachsent. Die einzige Sache, die ihm mißfällt ist, als Buzz im “Latino-Modus” ist (übrigens wurde nach dem Trickfilmzeichner gefragt; Carlos Baena, ein Spanier seines Zeichens, war für den Rest des Abends bei den Damen sehr beliebt!) und den Müllschacht öffnet, daß er an dieser Stelle keinen Untertitel gesetzt hat wie in den Sekunden zuvor – na, wenn das alles ist?

Beide plaudern aus dem Nähkästchen. Mittlerweile hätte man begonnen, bronzene Buzz Lightyears zu vergeben – bei einer Zugehörigkeit von mindestens zehn Jahren bei PIXAR. Auf die Frage, warum Anderson eine großartige Produzentin sei, antwortet Unkrich, daß man in ihrem Unternehmen Filme nur unter ständiger Angst dreht (“fear-based film making.”) Und daß Hayao Miyazaki bei einem Besuch in Emeryville einen animierten Totoro begutachetete, während alle Mitarbeiter um ihn herumstanden und panisch an den Fingernägeln kauten. Wie es sich für einen Japaner gehört, hat er ihn mit einem einfachen Kopfnicken akzeptiert, und der wundervolle Charakter hat einen Gastauftritt bei Toy Story 3. Wer es nicht: Miyazaki ist der legendäre Chef des Studio Ghibli, dem wir so großartige Filme wie Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloß verdanken. Daß alle bei PIXAR in Ehrfurcht erstarrten, ist da kein Wunder: Chihiro ist bis heute der einzige ausländische Zeichentrickfilm, der einen Oscar(c) hatte gewinnen können (was heißt, daß er kein amerikanischer Film war.)

PIXAR Chef John Lasseter ist seit Jahren eng mit Miyazaki befreundet, und sie haben sich gegenseitig inspiriert und geholfen. Natürlich wurden auch mehrere Anekdoten zu ihm erzählt, z.B. daß, wenn der seltene Fall eintritt und eine animierte Szene rausgeschnitten werden muß, er sich zwanzig Minuten Zeit nimmt und mit dem betroffenen Trickzeichner darüber redet – aus Respekt vor seiner Arbeit. Welcher Chef macht sowas schon?

Als sie nach den Ursprüngen zu Toy Story 3 gefragt wurden, erzählten sie, wie der Brain Trust sich zusammensetzte – in einer doch recht bescheidenen Unterkunft im Marin County, und sie zum ersten Mal in der Geschichte von PIXAR keine Idee hatten, was sie eigentlich machen wollten. Da es keinen Fernseher und auch keine Leinwand gab, haben sie sich Toy Story und Toy Story 2 auf einem Laptop angeschaut, eng darum gequetscht und waren deprimiert, weil die Filme so gut sind. Sie haben dort keine Stunde verbracht und erkannt, daß es keinen Sinn hatte. Einen Tag später kehrten sie zurück und hatten soviele Vorschläge, daß sie wußten, daß sie damit etwas anfangen konnten. Um die gesamte Geschichte als Drehbuch zu schreiben, benötigten sie etwa zweieinhalb Jahre.

Auf den Hinweis, daß der dritte Teil erwachsener wirke und sich ernsthafteren Themen widmete (“more mature”), antwortete Unkrich, wie schon erwähnt, mit dem Hinweis, daß er und alle, die an dem Film beteiligt waren, der Geschichte treu bleiben wollten. Es könnte durchaus sein, daß sie nun alle ein wenig älter seien als beim ersten Toy Story und sich daher auch ihre persönliche Sichtweise, ihr Anspruch geändert habe. Das Ziel war aber auf jeden Fall einen guten Film zu machen – und das ist definitiv gelungen!

Weitere Linktipps

Lee Unkrich twittert fleißig, u.a. vom Baby, das im Film eine große Rolle spielt und ihn und Anderson auf der Weltreise begleitet.

Auf der PIXAR-Webseite gibt es einige Hinweise auf den wundervollen stereoskopischen Kurzfilm, der vor dem Hauptfilm läuft (Day & Night.) Wie alle Kurzfilme aus diesem Studio der absolute Knaller.

Ein großes Dankeschön an das INDAC-Team, das seit vielen Jahre die deutsche Animationsszene belebt und zu solch großartigen Screenings einlädt.

Ein Dankeschön natürlich auch an DISNEY, die durch ihre Unterstützung einen solchen Abend überhaupt erst möglich machen.

Und viel Spaß beim Besuch in deinem Kino – die Webseite von Toy Story 3 bietet jetzt schon viel Spiel- und Bastelspaß!

Bildhinweis: Alle Rechte bei DISNEY, PIXAR etc.

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Toy Story 3. Filmkritik

Woody, Buzz und ihre Freunde haben in den letzten Jahren mit ansehen müssen, wie ihr Besitzer Andy heranwuchs, und jetzt ist er auf dem Weg ins College. Schon seit langer Zeit spielt er nicht mehr mit ihnen, und nur Woody soll mitgehen. Als Andy die anderen Spielzeug auf den Dachboden bringen will, wo sie sicher wären (und gemeinsam in Ruhe leben könnten), gibt es ein Mißverständnis mit seiner Mum, und sie stellt die Spielzeuge zum Müll hinaus. Sie können sich zwar noch rechtzeitig retten, fühlen sich aber von Andy verlassen und entscheiden sich dafür, als Spende in die Kindertagesstätte Sunnyside zu gehen – denn dort gibt es Kinder, die mit ihnen spielen würden, jedes Jahr aufs Neue. Woody, der als Einziger gesehen hat, daß es sich nur um ein Mißverständnis handelte, versucht sie zu überreden, wieder zu Andy zurückzukehren, scheitert aber.

Buzz, Jessie und die anderen werden von Lotso, einem älteren Teddybären und seinen Mitstreitern in der Kindertagesstätte freundlich empfangen. Alle Träume der Spielzeuge scheinen sich zu erfüllen, denn was gibt es Schöneres für ein Spielzeug, als gespielt zu werden? Doch als der nächste Morgen anbricht, verstehen sie langsam, was eigentlich gespielt wird …

Sie sind in der jüngsten Kindergruppe gelandet, die noch keinerlei Bezug zu Spielzeugen hat – außer sie gegen Wände zu werfen, mit Farbe und Knete zu beschmieren, die Arme auszureißen, in den Mund zu stecken oder mit ordentlich Schmackes durch die Gegend zu pfeffern. Ein Alptraum wie er im Buche steht! Als sie zu Lotso gehen und ihn darum bitten, sie doch in den Raum der älteren Kinder aufzunehmen, zeigt er endlich sein wahres Gesicht: Sie werden eingesperrt; Buzz einer Gehirnwäsche unterzogen; alle Fluchtversuche werden mit Einzelhaft im dunklen, dreckigen, kalten, verschlossenen Sandkasten bestraft. Sunnyside ist keine Kindertagesstätte, sondern eine Haftanstalt, aus der niemand entkommen kann, denn Lotso überwacht alles und jeden.

Woody erfährt über Umwege, was sich in Sunnyside abspielt und eilt zur Rettung. Doch werden sie gegen die brutale Gewalt Lotsos und seiner Schergen ankommen? …

Für Kinder – oder einfach nur ein Film für alle?

Was ich schon bei Toy Story und Toy Story 2 kritisch bemerkte, hat sich in Toy Story 3 weiterentwickelt: Der Film ist in seiner Gestaltung und seiner Geschichte eine wirklich packende, spannende Geschichte – aber ob er dadurch kindgerecht wird, kann ich nicht beurteilen. Ich finde ihn an vielen Stellen regelrecht grausam, fast wie einen Horrorstreifen, der aber natürlich aufgrund seiner geschickten Struktur immer wieder Humor einfließen und die Angst vergessen läßt.

Die Spielzeuge in einer Gefängnisanstalt zu sehen, die von einer Gang gewaltbereiter Spielzeuge geführt wird und unter stetiger Kameraüberwachung steht, ist aber dennoch erschreckend. Mir ging es zuweilen ganz schön an die Nieren – aber zugleich hat mich dieser Film auf eine anspruchsvolle Art und Weise unterhalten, wie es anscheinend im Moment nur ein Studio wie PIXAR kann.

Ich empfehle diesen Film vorbehaltlos jedem, der sich gerne auf witzige und clevere Weise unterhalten lassen möchte. Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht und zugleich soviel Spannung und Überraschungsmomente erlebt wie bei Toy Story 3. Die Technik muß nicht weiter besprochen werden, denn sie ist natürlich wieder hervorragend; die 3D-Effekte sind schlicht, wirksam und nicht übertrieben eingesetzt. Auch Musik und Soundeffekte passen sich in das Gefüge nahtlos ein.

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Ein netter Kerl, der Teddybär - wenn er nur kein Verräter wär!

Was Toy Story 3 so liebenswert macht, sind nicht nur die altbekannten Charaktere, die man gerne wiedersieht, sondern auch die neuen Spielzeuge, die sich in die Story gut einfügen. Mein Liebling ist das Fisher Price(c)-Telefon, das ich selbst mein Eigen nannte – und hier eine so traurige Gestalt abliefert. Knaller aber ist Chuckles, der Clown. Als er seine und Lotsos Geschichte erzählt, wird klar, warum der Teddybär so geworden ist. Traurig, bedauerlich, aber kein Grund, andere Spielzeuge zu mißhandeln… Keine Ahnung wovon ich rede? Dann auf ins Kino!

Ab dem 29. Juli sollte dieser Film auf jeder “Muss-ihn-sehen!”-Liste stehen. Mit Michael “Bully” Herbig, Rick Kavanian und Christian Tramitz wird in der deutschen Fassung das allseits bekannte Komiker-Trio für gute Laune sorgen.

Diese Filmrezension wurde durch die freundliche Unterstützung von INDAC und dem Special Screening von Toy Story 3 im Cinestar im Sony-Center Berlin möglich gemacht.

Bildhinweis: Alle Rechte liegen bei PIXAR, Walt Disney etc.

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In Sachen Liebe. Filmrezension

Wie das Leben so spielt… Ein wirklich netter, sympathischer und liebevoller Astronom namens Sam – von Matthew Broderick süß gespielt – wird von seiner hübschen, blonden Freundin verlassen. Für einen atemberaubenden, arroganten, latent gewalttätigen Franzosen mit einem Riesenschwanz, der es ihr endlich so richtig besorgt. Zeit, seine eigenen Stärken zu erkennen, die Alte zu vergessen und ein neues Leben anzufangen…

Aber natürlich kommt es so wie man es von diesem treudoofen Trottel erwartet: er fährt aus seiner Kleinstadt, in der man bis jetzt gemeinsam gelebt hat und reist nach New York. Um die geliebte Linda zurückzuerobern. Als er dort angekommen erkennt, daß Linda nun mit Antoine in einem wunderschönen Loft täglich wilden Sex hat, kommt der Wissenschaftler in Sam durch und er nistet sich gegenüber in einer absoluten Bruchbude ein, um sie zu beobachten. Aus der Betrachtung sinnt er Verhaltensweisen der beiden zu ziehen. Und hofft, daß sie endlich zur Vernunft kommen möge.

Was Sam nicht weiß ist, daß Antoine schon einmal verlobt war. Und das nur, um an sein Visum ranzukommen. Und diese Frau ist mächtig sauer. Maggie rast des Nachts durch New Yorks Straßen mit nur einem Ziel vor Augen: das junge Glück zu zerstören und zwar so schnell wie möglich. Meg Ryan spielt hier zwar zu Beginn eine eher aufmüpfige, gehässige US-Amerikanerin auf Rachfeldzug, aber wird zum Ende hin natürlich das, was sie zu meiner persönlichen großen Freude seit zwanzig Jahren spielen muß: die zerbrechliche, atemberaubend schöne und liebenswerte Frau, die am Ende ihren Romeo findet.

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Was machen wir als Nächstes? Gehässige Pläne beim Essen

Doch bis dahin vergeht einige Zeit und die beiden schließen sich schnellstens zusammen, um ihre Ehemaligen zu trennen. Sam geht sogar soweit, sich im Restaurant Antoines anheuern zu lassen, um ihn dort auszuspionieren. Am Ende schaffen es die beiden: Linda verläßt ihren französischen Geliebten und wie das ganze dann ausgeht, sollte man sich unbedingt selbst anschauen: es lohnt sich.

Diesen Film einzuordnen ist nicht ganz leicht, denn für eine Komödie hat er zu viele ernste und ruhige Momente, aber ein ernster Film ist es schon gar nicht, dafür muß man zu sehr lachen oder zumindest schmunzeln. Es ist eine Hommage an all diejenigen, die schon einmal eine Liebe ihres Lebens verloren haben und versuchen damit zurechtzukommen. Ich selbst glaube nicht an die Lösung dieses Films für dieses Problems, aber es ist auf jeden Fall eine sehr schöne Geschichte.

  • Spannung 4
  • Humor 2
  • Realität 3
  • Komplexität 4
  • Sehenswert 2

Bildnachweis: (c) Warner Bros.

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Die Wikinger

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Eric hat's drauf

Irgendwann zu Beginn des 10. Jahrhunderts… Ragnar, grausamer Wikingerführer, schwängert die Witwe des englischen Königs Edwin. Der skrupellose Aella, der nun den Thron beansprucht, ahnt nicht um ihre Schwangerschaft, ansonsten wäre sie bereits tot. So verschweigt sie ihre Umstände und läßt das Kind wegbringen, nur mit einem Amulett versehen, an dem man ihren Sohn wiedererkennen kann…

Zwanzig Jahre sind vergangen und Ragnar (Ernest Borgnine!) plündert immer noch munter die englische Küste von seinem Dorf in einem nordischen Fjord. Sein Sohn Einar ist zu einem prächtigen Wikinger herangewachsen – brilliant verkörpert von Kirk Douglas, dem solche Rollen auf den Körper geschrieben wurden. Bei einem Streit mit dem Sklaven Eric läßt dieser seinen Falken auf Einar los: sein Gesicht wird fürchterlich entstellt, und er verliert ein Auge. Nur durch glückliche Umstände entkommt Eric dem Tod. Ein englischer Verräter an der Seite Ragnars erkennt Eric als das, was er ist: ein englischer Prinz mit dem Blut Ragnars und somit Einars Halbbruder.

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Auge um Auge, ...

Als Einar auszieht die Prinzessin Morgana zu entführen, die Aella versprochen ist – für alle Historienschinkenfans natürlich der Böse schlechthin: Frank Thring!-, verwickeln sich die Schicksale immer schneller. Morgana und Eric verlieben sich, Einar beansprucht sie für sich, und die beiden Liebenden fliehen nach England. Auf der Flucht nehmen sie Ragnar mit, der den Wölfen vorgeworfen wird. Als Aella Eric eine Hand abschlägt, sinnt dieser auf Rache und kehrt zu seinem haßerfüllten Halbbruder zurück, um ihn um Hilfe zu bitten…

Die Fünfziger waren meiner Meinung nach die Goldenen Jahre Hollywoods, und von den Filmen, die damals entstanden, zehrt die Filmmaschinerie bis heute. Legenden und Mythen entstanden damals und für alle, die Historienschinken lieben, gehört dieser Film zum Pflichtprogramm. Sicherlich sind die historischen Fakten nicht genau beachtet worden (seit 1958 gab es ja auch unzählige neue Erkenntnisse), aber die Darstellung des harten und herzlichen Lebens der Wikinger in der Kälte des Nordens vermag einige Authentizität zu vermitteln. Die korrupten, hinterhältigen Engländer scheinen ein Klischée zu sein, auf das Filme wie “Braveheart” sicherlich aufzubauen vermochten.

  • Spannung 3
  • Humor 4
  • Realität 3
  • Komplexität 4
  • Sehenswert 3
  • Sonderpunkt für Historienschinken

Interessante Infos DVD bei Cinefacts.de, Artikel bei Arte.tv, Artikel bei Filmreporter.de

Bildnachweis Alle (c) United Artists

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Alles Gute kommt von OBEN! Der neue Pixar

Eine Rezension mit O-Tönen von Regisseur Pete Doctor und Produzent Jonas Rivera.

Carl Fredericksen hat noch Träume, vor allem, als er sich in die bezaubernde Ellie verliebt. Sie heiraten und hoffen darauf, irgendwann nach Venezuela zu den Paradise Falls reisen und Abenteuer erleben zu können. Doch Träume werden oft genug nicht wahr, und als Ellie im hohen Alter stirbt, ist Carl allein und trauert der verpaßten Chance nach.

Als es ein Baumagnat eines Tages schafft ihn aus seinem schönen Haus zu verjagen, ergreift er die Flucht nach vorne, besorgt sich aus seinem alten Job als Ballonkäufer genügend Materialien und läßt sein Haus in Richtung Venezuela davonschweben. Alles könnte so schön sein beim letzten Abenteuer seines Lebens, wären da nicht der Pfadfinderjunge Russel, der Entdecker Charles Muntz und ein merkwürdiger und sehr seltener Vogel.

Die Reise nach Venezuela verläuft dank der großartigen Flugbeschaffenheit des Hauses recht problemlos, doch als sie Paradise Falls fast erreicht haben, überschlagen sich die Ereignisse. Kann Carl sein Haus, wie es sich Ellie gewünscht hat, direkt an den Paradise Falls niederlassen – oder wird sich der schurkische Muntz durchsetzten können, dem es nur um Ruhm geht? Russel ist zumindest der Meinung, daß alle Natur geschützt werden muß, doch Muntz will für seinen Erfolg gnadenlos einen seltenen Vogel opfern, den es nur an den Paradise Falls gibt.

3-D, Effekte, Computeranimation – und dennoch eine gute Geschichte?

Der zehnte Film von Pixar (nun im Hause Disney) ist der erste, der als 3-D-Film konzipiert wurde. Doch trotz der herausragenden technischen Möglichkeiten der amerikanischen Spezialisten und der Technologie, die in den Augen einiger die gesamte Filmindustrie revolutionieren, wenn nicht sogar retten soll, tritt die Geschichte nicht hinter der Technik zurück, können sich ungewöhnliche Charakte entwickeln und ihren Charme spielen lassen.

Denn im Gegensatz zu vielen anderen animierten Filmen, die auf große und vor allem junge und hippe Hollywoodstars als Sprecher setzen (Ice Age, Shrek), ist bei Pixar keine Rede davon. Sicher, gestandene Größen wie Edward Asner und Christopher Plummer sind ideal für diese Besetzung, aber das ist eben nicht dieselbe Kategorie wie ein Eddie Murphy, Justin Timberlake oder eine Cameron Diaz.

Nein, Oben! ist ein Film, der wirklich damit arbeitet, was ihm zugrunde liegt – animierten Bildern, die in ihrer Ästhetik ungewöhnlich sind (z.B. die ungewöhnliche Formengebung der Landschaften und der Charaktere wie Carl oder Russell), und dennoch unterhaltsam die Geschichte vorantreiben. Auch der unsägliche Clown, der praktisch alle Disney-Filme verseucht, der sidekick à la Esel bei Shrek, ist nicht so penetrant vorhanden.

Unglaublich, wie direkt zu Beginn das Leben der beiden Liebenden in zarten, einfachen Bildern zusammengefaßt wird, ohne jeglichen Dialog, bis hin zum Tode Ellies – Tränen flossen da im Kino und nicht zu knapp. Und natürlich wurde auch viel gelacht, denn die actiongeladene zweite Hälfte des Films lädt dazu ein. Wie es am Ende ausgeht?

Fazit: Ein Film, den man gesehen haben muß. Reingehen!

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Computeranimation, die endlich erwachsen wird

Am 9. September organisierte INDAC eine Vorführung für ausgewählte Presse und die Animationsszene in Deutschland, die zu Hunderten erschien. Anwesend waren Regisseur Pete Doctor und Produzent Jonas Rivera, zwei Eigengewächse aus dem Hause Pixar, die bei praktisch allen der bisherigen zehn Filme ihre Hände im Spiel hatten, ob nun als Zeichner, Konzepter oder eben Produktion/ Regie.

Direkt zu Beginn merkte man, daß die beiden kreative Geister und Animateure sind – die Pressearbeit überlassen sie lieber den Schauspielern, doch an diesem Mittwoch mußten sie sich der geballten Animations-Szene in Deutschland erwehren und machten dies mit großem Charm und Witz.

Fünf Jahre hatten sie am Projekt gearbeitet, davon allein dreieinhalb Jahre am Drehbuch, das sie mehrfach in verschiedenen Entwicklungsstufen beim Studio vorstellen und verkaufen mußten. Viel änderte sich beim Schreibprozeß – ursprünglich suchte Charles Muntz nur nach seltenen Eiern, und daß Russell wie ein Eierkopf wirkt, kommt nicht von ungefähr.

Beide betonten direkt von Anfang an, daß sie 3-D bei Pixar verwendet haben, und wenn auch dieser Film als Erster den Schwerpunkt auf diese Technologie legt, so war es ihnen doch wichtig, etwas auf die Leinwand zu bringen, was der schlichten Effekthascherei aus dem Weg ging, und den Film auch funktionieren lassen würde, wenn das 3-D ausgeschaltet würde. Sie sehen die Technik als Erweiterung ihrer Werkzeugkiste, nicht als Änderung des Mediums.

Sie plauderten sehr lange aus der Nähkiste, erläuterten die Arbeitsweise bei Pixar und wie solche Projekte überhaupt es entstehen können – die Firma gibt ihnen die finanzielle, strukturelle und kreative Möglichkeit sich auszutoben, wie es in Deutschland wohl in absehbarer Zeit nicht der Fall sein wird. Neidische, aber auch bewundernswerte Töne waren da zahlreich zu hören, und einer der Anwesenden nutzte dann auch ganz dreist die Gelegenheit, um Regisseur Pete Doctor sein ‘reel’ zu übergeben, seine Probearbeiten, mit denen er sich direkt bei Pixar bewerben wollte. Dreistigkeit gewinnt!

Zusammen mit dem bauchmuskelzerrenden Vorfilm Teilweise wolkig war das einer besten Filmerlebnistage meines Lebens – ein großes Dankeschön an Johannes Wolters von Indac, an Pixar/ Disney und natürlich Oben!

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