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Die zehn (möglicherweise) besten Fantasybücher aller Zeiten

Noch eine von diesen Best-of-Listen, die doch zu Dutzenden im Netz kursieren? Nein. Diese Liste soll der Anfang einer lebendigen und spannenden Diskussion zu den besten Fantasybüchern aller Zeiten werden, basierend auf dem Konzept von Nachhaltigkeit und Substanz. Das Ziel soll eine vermutlich 25 oder 33 Titel umfassende Liste sein, die Liebhabern des Fantasy-Genres eine Titelauswahl bietet, die das Beste aus den verschiedenen Subgenres der Fantasy vereint und zugleich nachvollziehbar erläutert, auf Basis welcher Kriterien jedes Buch seinen Platz verdient hat. (Die Definition von Fantasy wird später ebenso diskutiert.)

Der Hintergrund ist, daß im undurchsichtigen Dschungel tausender von Titeln unglaublich viel Müll auf den Markt geworfen und zum Teil erfolgreich wird, der bei einer sachlichen und handwerklich orientierten Betrachtung der Kritik nicht standhält, auch wenn der/die entsprechenden Titel Millionen verkaufen. Die Verkaufszahlen sind kein Kriterium für Qualität. Umgekehrt bedeutet natürlich auch nicht, daß ein Buch im Selbstverlag bei einer Auflage von 200 Exemplaren gut sein muß – auch dies muß sich den nachfolgend kurz erläuterten Kriterien stellen.

Nachhaltigkeit beschreibt im weitesten Sinne die Bedeutung bzw. den Einfluß eines Buchs auf nachfolgende Generationen, vor allem auf Autorinnen und Autoren, die sich in ihrem Schaffungsprozess auf das Werk bzw. den Autoren beziehen, der sie zu neuen Werken inspiriert hat. Der Begriff beschreibt auch die wegweisende Natur des Werks bzw. des Autoren für ein besonderes Subgenre der modernen Fantasy (z.B. Dracula von Bram Stoker für Vampirromane; Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien für die High Fantasy usw.) Der Schaffungsprozess ist ausdrücklich nicht auf Literatur beschränkt, sondern bezieht sich auf alle modernen Medien.

Substanz beschreibt textimmanent die handwerkliche Beschaffenheit und Originalität von Inhalt, Struktur, Charakteren usw. der Erzählung. Das Werk sollte sich der Banalität in Themenwahl und Darstellung verwehren und möglichst originelle, ungewöhnliche oder zumindest herausragend ausgeführte Varianten bekannter topoi des Genre Fantasy beinhalten. Ein Werk mit Substanz bleibt unweigerlich in Erinnerung – wegen eines faszinierenden Charakters, eines perfekt inszenierten Spannungsbogens mit logisch konsequenter und dennoch überraschender Auflösung, einer Idee, die in dieser Form noch nicht da gewesen ist. (Beispiele wären das ‘Nichts’ aus Die Unendliche Geschichte von Michael Ende; Sirius Black in Der Gefangene von Askaban von J.K. Rowling oder Eddard Stark in Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin.)

Diese Liste ist also ein work in progress. Begonnen hat sie als unterhaltsamer Vortrag/ Workshop auf der Ring*Con 2010 in Bonn, wo ich aufgrund der zeitlichen Begrenzung nur zehn Titel vorstellen konnte.

Die zehn (möglicherweise) besten
Fantasybücher aller Zeiten

  • Michael Ende: Die Unendliche Geschichte
  • Mary Shelley: Frankenstein
  • Bram Stoker: Dracula
  • Lewis Carroll: Alice im Wunderland
  • Otfried Preußler: Krabat
  • J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe
  • J.K. Rowling: Der Gefangene von Askaban
  • Neil Gaiman/ Terry Pratchett: Ein gutes Omen
  • Terry Pratchett: Die Farben der Magie
  • George R.R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer

(Hinweis: »Ab die Post« ist das beste Terry Pratchett-Buch, berühmt wurde er mit »Die Farben der Magie«; bei Martin ist kein Einzeltitel angegeben, weil alle Bände dieselbe Qualität haben. Die zehn Titel sind nicht hierarchisch geordnet.)

Die Präsentation wurde mit Oschloe #10 erstellt. Die Liste gibt es auch als PDF zum Download.

Eine ausführliche Begründung, warum jeder dieser zehn Titel auf dieser Liste steht, erfolgt in den kommenden Wochen.