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Internet-Manifest: Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen – eine Kritik
Auf Initiative von Mario Sixtus hat sich eine Gruppe von Menschen in den vergangenen Wochen und Tagen im Netz vernetzt, um der Debatte über den “Untergang des sogenannten Qualitätsjournalismus” und der latenten Internetfeindlichkeit in vielen Medien ein zeitgenössisches Manifest entgegen zu setzen. Das Internet-Manifest “Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.” erscheint heute um Punkt 11:55 Uhr (Kurz vor 12) hier und an vielen anderen Orten im Netz, um einen zukunftsorientierten Standpunkt in die Debatte zu bringen. Die Erstunterzeichner, zu denen ich auch gehöre, stehen am Ende des Textes. Auf der Seite “Internet-Manifest” kann jeder (bald) gerne Mitzeichner werden. Der Text steht unter der CC-BY-Lizenz und kann zu den Bedingungen gerne und oft wieder verwendet und kopiert werden.
Es ist erfreulich zu sehen, daß sich einige Leute in unserem Land ernsthafte Gedanken zu diesem weitreichenden Thema machen. Der Ansatz ist daher lobenswert und kommt zum rechten Zeitpunkt – nicht, weil etwa demnächst wieder eine Bundestagswahl ansteht, sondern weil es höchste Zeit ist zu erkennen, welche grundlegenden Schwierigkeiten auf die Zukunft der Demokratie zukommen.
So sehr ich diesen Ansatz auch schätze, so ist es doch offensichtlich, daß etliche der Behauptungen dringend diskutiert, wenn nicht sogar gänzlich überarbeitet werden müssen. Um nur ein Beispiel aus der Debatte zu nennen:
3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.polyoinos: Das ist schlicht falsch. Die Mehrheit der Menschen ist gerade einmal User und verfügt meist nur irgendwie über einen Internetanschluss (der oftmals gerade einmal im Monat angeworfen wird). Aktiv mitwirkende User sind das also lange nicht zwingend und das Gros der Bevölkerung, besonders der Teil ab 40, 45 Jahren, sitzt immer noch mehrheitlich vor der Glotze (und müsste erst mühsam hin zu aktivität sozialisiert werden). Natürlich sollten die Medienhäuser darauf vorbereitet sein, dass die aktivere Userschaft wächst, aber erst einmal ist sie noch klein. Und ob sie später wirklich aktiv und gestaltend wirken wird, ist noch sehr fraglich.
Da schon sehr viel zu diesem Thema gesagt und geschrieben wurde, möchte ich das Rad nicht neu erfinden, sondern auf die Webseite meines geschätzten Kollegen und Freunds, Dr. Frank Weinreich hinweisen, der mir bei der kritischen Betrachtung der siebzehn Behauptungen aus der Seele spricht. Ich kann daher nur seine Auseinandersetzung mit diesem Thema empfehlen:




